Skiexkursion 2017

Ski-Exkursion des Gymnasiums Ottersberg 2017

Begeistert und positiv erschöpft trafen Schüler und Lehrer nach 8 Tagen Ski-Exkursion wieder in Ottersberg ein. Eine ereignisreiche und aktive Woche mit besten Wintersportbedingungen lag hinter ihnen.

Bereits zum zweiten Mal bot das Gymnasium Ottersberg unter der Leitung von Herrn Busboom-Schäfer, Frau Pries, Lilli Reiter und Annika Brickwedde seinen 9.- und 10.-Klässlern die Möglichkeit, das Skifahren zu erlernen bzw. ihre Fähigkeiten zu vertiefen. Den Skiunterricht übernahmen die Lehrer des Gymnasium sowohl für die Anfänger als auch für die Fortgeschrittenen selbst. Acht Unterrichtsstunden standen täglich auf dem Programm – eine echte körperlich sportliche Herausforderung. Am Abend wurden außerdem noch gemeinschaftliche Aktivitäten durchgeführt.

Vorbereitet wurde die Fahrt in einer Ski-AG, in der sich die Schüler sportlich aktiv vorbereiteten und über das Verhalten auf der Piste informierten.

Der Weg führte dieses Jahr ins Ötztal. In dem zweigeteilten Skigebiet Hochötz und Kühtai standen Pisten für jeden Anspruch zur Verfügung, so dass sowohl die Anfänger als auch die Fortgeschrittenen auf ihre Kosten kamen. Erstaunlich waren wieder die Fortschritte der Anfänger, die auf ihren Lernweg mit sich selbst und den Naturgewalten zu kämpfen hatten. Sichtlich stolz meisterten sie nach einigen wirklich beschwerlichen Tagen mit blauen Flecken anspruchsvolle rote Pisten. Die Fortgeschrittenen konnten ihnen dabei wertvolle Tipps geben und übernahmen hohe Verantwortung. Zudem arbeiteten sie an der Verbesserung ihre eigene Technik und mussten neue kreative und anspruchsvolle Dinge (Skiwalzertanz, sportliches Carven etc.) ausprobieren.

„Mir hat es super gut gefallen, und ich freue mich schon aufs nächste Jahr!“, schwärmten die 9.-Klässler. Die 10.-Klässler haben im nächsten Jahr an vielen umliegenden Gymnasien, wie z.B. dem Gymnasium Sottrum, in der Oberstufe die Möglichkeit, ihre alpinen Künste zu präsentieren und als benoteten Sportkurs einzubringen.

Die Fahrt bis zum Skigebiet Hochoetz/Kühtail war alles, nur nicht kurz. Wenn man es genau nimmt, war sie sogar ziemlich lang: Ungefähr 13 Stunden haben wir gebraucht, bis wir endlich angekommen waren, dazu kam ein Vormittag, den wir irgendwo zwischen Schlafen und Wachen auf den Sofas im Tischtennisraum des Hotels verbracht haben.
Den Unterschied, den diese 13 Stunden gemacht haben, konnte man allerdings deutlich bemerken: Überall gab es Berge, wir hatten plötzlich kein mobiles Internet mehr und Schnee lag auch. Schnee! In Massen – hier in Norddeutschland ein seltener Anblick, dort der Standard. Natürlich weiß, nicht matschig, zumindest in aller Regel. Und wenn im Tal schon Schnee liegt, wo gibt es dann noch mehr davon? Richtig, auf dem Berg.
Zu Anfang gestaltete sich der Weg nach oben etwas schwierig: Am ersten Tag mussten noch alle Skier mitgeschleppt werden – dazu die Skischuhe, die Helme und die Stöcker. (Wer glaubt, das sei nicht so viel, sei herzlich eingeladen, mit Skischuhen ein paar Runden um den Block zu laufen.) Hat man den Weg über die überfüllten Busse und die Gondel dann allerdings geschafft, erwarten einen noch mehr Schnee, eine fantastische Aussicht (immer gesetzt den Fall, die Sonne scheint) und selbstverständlich auch das Skifahren.
Man stellt sich das so einfach vor. Schließlich sieht das im Fernsehen doch so selbstverständlich aus – und die ganzen Mitschüler haben das ja auch alle irgendwo schon einmal gemacht. Dabei ist Skifahren unheimlich anstrengend, schwer und am Anfang wirklich zum Verzweifeln. Man steht auf einer Piste, kann nicht sehen, wie die nächsten beiden Meter aussehen, weil sie zu steil nach unten gehen und soll da herunterfahren. Skifahren lernen ist sehr schwer und die Tage im Skigebiet waren mindestens genauso lang wie die Schulzeiten zu Hause – wenn nicht länger.
Fairerweise muss man natürlich sagen: Solange man nur kleine Abfahrten von zehn, fünfzehn Metern fährt, weil man das noch nie gemacht hat, ist Skifahren tatsächlich ganz einfach – es wird erst schwer, wenn man die Möglichkeit hat, auf einer langen (oder zumindest nicht allzu kurzen) Piste Tempo aufzunehmen. Bremsen – zu Anfang ein Fremdwort. Man kann gut bremsen, indem man sich mit Skiern überschlägt (das kann unfallfrei enden, muss es aber nicht), indem man versehentlich in den Tiefschnee fährt (da kommt man allerdings kaum wieder raus), indem man sich in den Schnee wirft (Achtung, es besteht Gefahr, blaue Flecken zu bekommen!) oder indem man eine vernünftige Technik anwendet. Nach ausführlichem Testen der ersten drei Methoden haben wir uns für die vierte entschieden. Einige Stunden Gewichtsverlagerung, Schneepflug und den-Berg-versehentlich-wieder-hochfahren-um-nicht-zu-sterben später waren wir zwar noch nicht sicher mit dem Bremsen vertraut, das Fallen nahm aber schon ab und danach ging es stetig bergauf. Natürlich nur metaphorisch gesprochen, schließlich sind wir nach unten gefahren.
Während die Fortgeschrittenen von Anfang an passenderweise auch fortgeschrittene Pisten befahren konnten, haben die Anfänger langsam mit den blauen angefangen und sind dann zu einigen roten übergegangen. Wer noch nie Ski gefahren ist, kann sich wahrscheinlich nicht vorstellen, wie stolz wir waren, als wir unsere erste rote Piste heruntergekommen waren, ohne uns etwas zu brechen.
Fallen gehörte natürlich noch immer dazu, aber auf einer roten Piste zu fallen, fühlte sich viel besser an als auf einer blauen. (Das gilt nicht für die blauen Flecken.)
Was ebenfalls in schnöder Regelmäßigkeit stattfand, war das Kraxeln – den Berg hoch, hoch, hoch, um ihn wieder herunterzufahren. Ja, es gibt Lifte, aber eben nicht überall, zum Beispiel nicht dann, wenn man eine Piste herunterfährt und danach ein ganzes Stück nach oben müsste, um die Gondel nach unten zu nehmen anstelle der schwierigeren Piste, der man sich nicht gewachsen fühlt. Setzt man aber das Kraxeln und das Fahren ins Verhältnis, nimmt man auch das als Anfänger gern in Kauf.
Am sechsten Tag (ach was, eigentlich schon am vierten!) haben wir es alle geschafft, auch rote Pisten herunterzufahren. Belohnt wurden wir dafür mit einem perfekt blauen Himmel und strahlendem Sonnenschein auf dem Berg, nachdem wir nachmittags noch in ein anderes Skigebiet gefahren waren.
Skifahren ist naturgemäß ziemlich anstrengend. Wenn man vom Berg zurück ins Hotel kommt, stürzt man sich in die Dusche und auf die Schokoladenvorräte. Sobald die Kraftreserven allerdings wieder aufgefüllt waren, hatten wir abends noch genug Zeit, auf dem Flur zu sitzen und unsere Handys zu schütteln, um die verlorene WLAN-Verbindung wiederzufinden. Nein, selbstverständlich haben wir nicht nur das WLAN gesucht, wir hatten auch ohne genug Spaß: Es wurde gelacht, gedichtet (an dieser Stelle sollten wohl für die nächsten Skifahrer nicht zu viele Details verraten werden) und Lustiges vom Skitag erzählt.
Das allgemeine Fazit: Wir sind zwar alle erkältet nach Hause gekommen, das war es aber definitiv wert. Die Skifahrt war eine tolle Möglichkeit, den Sport auszuprobieren oder zu vertiefen und nebenbei mit Freunden eine ganze Menge Spaß zu haben. Gerne wieder!

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